1. Einführung in die Meditation

IMG_18331.1  Was ist Meditation

Meditation ist eine Schulung der Achtsamkeit und der Konzentration, durch die der Geist Schritt für Schritt geklärt und entfaltet wird, so dass er in sich ruhen, das innere Glück erfahren und letztendlich die endgültige Freiheit erlangen kann. Auf der weltlichen Ebene kann die Erfahrung der Ruhe und des Glücks zu einem liebevollen Umgang mit sich selbst und mit anderen und zu Zufriedenheit, Harmonie und einer befreienden Weltsicht führen.

Die Meditation ist ein Weg, der uns dahin führt, hinter jedem Augenblick anstatt der relativen Wirklichkeit, in der wir leben, die absolute Wahrheit zu sehen und damit die Dinge so, wie sie wirklich sind.

1.2  Warum ist die Meditation wichtig

Um gesund leben zu können, müssen wir uns unserem Körper täglich zuwenden. Wir müssen mehrmals essen, den Körper waschen und über eine längere Zeit schlafen. Um glücklich leben und letztendlich die Freiheit erlangen zu können, müssen wir uns unserem Geist zuwenden und das in der gleichen Weise wie unserem Körper:

–  Den Geist nähren heißt, ihn mit geistiger Nahrung versorgen. Dabei müssen wir darauf achten, was wir unserem Geist zuführen und dabei alles Unheilsame, d.h. das uns unglücklich und leidend macht, durch Heilsames ersetzen.
–  Den Geist reinigen oder läutern  heißt, Wünsche und Ablehnungen, Gier und Hass, das, was wir gerne hätten, und das, was wir gerne loswerden wollen, fallen lassen und die Dinge so sehen, wie sie sind.
–  Den Geist zur Ruhe kommen lassen heißt, den Geist achtsam, konzentriert und einspitzig zu machen. Ein Weg, um dies zu erreichen, ist die Meditation. Wenn es uns gelingt, den Geist auf einem Meditationsobjekt zu halten und nicht zu denken, kommt ein Gefühl der Ruhe, Leichtigkeit und Problemlosigkeit auf. Denn um Probleme haben zu können, muss man denken, sonst hat man keine.

1.3  Worauf basiert die buddhistsische Meditation

Die buddhistische Ruhe- und Einsichtsmeditation ist ein vom Buddha klar und genau erklärter Weg, der nach Innen und durch die Läuterung des Geistes zur Erleuchtung, zur Befreiung führt. Jeder kann diesen Weg beschreiten und zu gleichen universellen Ergebnissen kommen, vorausgesetzt, er bemüht sich und geht diesen Weg mit Vertrauen und Hingabe. Der Buddha hat uns seine Erleuchtungserkenntnis in den Vier Edlen Wahrheiten mitgeteilt:

  1. Existenz ist mit Dukkha verbunden. Das Unerfülltsein, das im Buddhismus Dukkha genannt wird, ist mit jeder Existenz verbunden. Dukkha kann nicht auf der weltlichen Ebene, sondern nur auf dem Weg nach Innen überwunden werden. Es ist nicht möglich, Frieden, Harmonie, wirkliches Glück und Freiheit zu finden, wenn man im Außen sucht.
  2. Der Grund für Dukkha sind Gier, Hass und Verblendung. Erst durch die Überwindung von Gier, Hass und Verblendung ist es möglich, die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind, ohne die Begierde und die Ablehnung, es soll anders sein.
  3. Ein Ende von Dukkha ist möglich. Wenn die Wurzeln von Dukkha, also Hass, Gier und Verblendung, ersetzt werden durch Liebe, Gleichmut und Weisheit, ist ein Überwinden von Dukkha möglich.
  4. Der Weg aus Dukkha führt über den achtfachen Pfad. Der Weg zur Freiheit von Leiden ist auch ein Weg zu Liebe, Gleichmut und Weisheit. Diesen Weg beschreibt der Buddha in dem Edlen Achtfachen Pfad.

Der Edle Achtfache Pfad ist in drei Teile geteilt:

Sila (= tugendhaftes Verhalten: Schritte 3.–5.), die das Fundament und die Basis darstellt für
Samadhi (= Konzentration des Geistes, Schritte 6.–8.), durch die die Reinigung des Geistes (Läuterung) und somit
Panna (= Weisheit durch Einsicht, Schritte 1.-2.) erreicht werden kann.

Die einzelnen Schritte des achtfachen Pfades sind:
1. Rechte Erkenntnis
2. Rechte Gesinnung
3. Rechte Rede
4. Rechte Taten
5. Rechter Lebenserwerb
6. Rechtes Bemühen
7. Rechte Achtsamkeit
8. Rechte Konzentration

Zu den rechten Taten gehören fünf Regeln, um die sich jeder Buddhist bemüht:
NICHT: töten, stehlen, lügen, berauschen, sexuell fehlverhalten.

1.4  Wozu dient die Meditation

Die geistige Ruhe, die durch die Meditation erreicht wird, ist das Mittel. Der Zweck der Meditation ist jedoch Einsicht und Klarblick: Die Dinge zu erkennen, wie sie wirklich sind. Die Meditation lässt uns unser ganzes Innenleben erfahren und sie lässt uns auch das finden, was wir unterschwellig wissen, dass wir es in uns haben: das innere Glück und die Möglichkeit zur Befreiung.

Wenn die Wellen des Ozeans hoch schlagen, können wir nicht in die Tiefe blicken. Erst wenn sich die Wellen geglättet haben, ist es uns möglich, tief zu blicken und den Grund zu erkennen. Und erst wenn der Geist ruhig ist, können wir in uns blicken und uns selbst erkennen. Und erst dadurch ist es uns auch möglich zu erkennen, dass wir im Grunde mit allem verbunden und eins sind. So können wir die ICH-Illusion fallen lassen und damit das Gefühl des Getrenntseins von anderen / allem sowie auch das dadurch bedingte Unerfülltsein, das mit der Unruhe des ständig nach der Erfüllung Suchens verbunden ist. Und dann können wir wirklich sehen, was Frieden und Freisein heißt.

1.5  Was bewirkt die Meditation

Die Entwicklung von Achtsamkeit, Energie und Konzentration während der Meditation führt durch die Klärung des Geistes zu einem Wachsen von Ruhe, Liebe und Einsicht. Jeder Moment, in dem wir uns achtsam einem Meditationsobjekt zuwenden, ist ein Moment, in dem wir:

–      die Trägheit des Geistes überwinden, um den Geist einspitzig zu machen. Nur ein einspitziger Geist ist ein Geist, mit dem wir zur Ruhe und Einsicht kommen können.
–      nicht Negatives und Begehrendes denken, so dass wir den Geist läutern. Nur ein nicht begehrender und nicht ablehnender Geist ist ein Geist, mit dem wir die Dinge objektiv sehen, das heißt, sie so sehen, wie sie wirklich sind.
–      gutes Karma machen, so dass wir den Geist befreien. Nur ein geläuterter Geist ist ein Geist, der Frieden und Harmonie als Selbstverständlichkeit erlebt und der wirklich frei werden kann.

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