3. Die Praxis der buddhistischen Meditation

IMG_48263.1  Wie kann ich tun ich mit Ablenkungen während der Meditation

Ablenkungen während der Meditation können sein:
– Gedanken (das Denken)
– Gefühle (Emotionen und körperliche Empfindungen)
– Sinneswahrnehmungen (das Wahrnehmen)

Diese Faktoren können etikettiert werden, denn jedes Etikett bringt mit sich, dass der Erlebende zum Beobachter des Erlebten wird und daher das Denken, Fühlen, Empfinden und Wahrnehmen zerbricht.

Etikette können sein: Zukunft, Vergangenheit, Plan, Hoffen, Ärger, Freude, Erinnerung, Ablenkung, Unsinn, Phantasien, Später, Angenehm, Unangenehm, Neutral, etc.

Jedes Etikett ist ein Hinweis darauf, wo die Wahrnehmungen und Gedanken hingehen. Dies ist besonders im Alltag wichtig, damit wir erkennen, ob z.B. ein Gedanke unheilsam ist, und damit wir ihn dann mit einem heilsamen Gedanken ersetzen. In der Meditation kehren wir nach dem Etikettieren wieder zur Achtsamkeit auf den Atem zurück.

3.2  Wie binde ich die Meditationserfahrungen in den Alltag ein

Ziel ist es, dass wir zur Ruhe kommen, um beim Meditationsobjekt Atem bleiben zu können und das Denken einzuordnen, um zu wissen, was in unseren Gedankengängen im Alltag und in der Meditation vor sich geht. Die Achtsamkeit wird weit geschult, dass das Ersetzen von Unheilsamen durch Heilsames unentwegt fortgeführt wird, so dass gar kein unheilsamer Gedanke mehr in uns vorhanden ist. Während der Meditation und auch im Alltag können wir also:
–  anstatt Gedanken zu denken, die Gedanken etikettieren und damit das Denken loslassen,
–  anstelle von unangenhmer Geistesstimmung, die Gefühle (Emotionen und Empfindungen) fühlen, den Körper entspannen und damit auch den Geist befreien und die Gefühle verebben lassen.

3.3  Wie gehe ich mit unangenehmen Empfindungen um

Die während der Meditation auftretenden Körperempfindungen (bis hin zu Schmerzen) können eine unangenehmes Gefühl hervorrufen. Diese Situation kann als Lernsituation angesehen werden, durch die wir fähig werden, nicht gleich auf ein unangenehmes Gefühl in gewohnter Weise zu reagieren.

Wahrnehmen, Erkennen und nicht reagieren lässt die Willenskraft wachsen, die uns dann auch im Alltag zur Verfügung steht. Falls wir auf das unangenehme Gefühl reagieren, indem wir uns z.B. umsetzen, sollen wir uns diese Reaktion ohne Tadel eingestehen. Durch das Nicht-Reagieren, sondern das Beobachten, merken wir, dass auch das Gefühl unbeständig ist. Wir können also warten, bis sich der innere Sturm gelegt hat, in der Meditation wie im Alltag auch.

3.4  Wie kann ich den Geist auch im Alltag läutern

Den Geist läutern heißt, ihn klar und weit zu machen, damit er die Wahrheit erfahren kann. Die Läuterungsformel zum Reinigen des Geistes in der Meditation wie im Alltag sind die vier großen Anstrengungen:

–  Vermeiden: Unheilsames, was uns auf dem Weg zur Befreiung am Voranschreiten hindert, vermeiden.
–  Überwinden: Unheilsames durch Heilsames ersetzen. Das heißt, dass wir blinde Reaktionen durch Aktionen ersetzen, die im Einklang mit der Wahrheit und mit dem Herzensgefühl der Liebenden Güte sind.
–  Entfalten: Heilsames absichtlich hervorbringen. Um in der Meditation voranzuschreiten, sind drei Faktoren wichtig: Dana, die Gebefreudigkeit, durch die wir Loslassen lernen, Meta, die Liebende Güte, durch die wir Hingabe lernen, und Sila, das ethische Verhalten, durch das wir Läuterung des Geistes erfahren.
–  Erhalten: Heilsames ständig entfalten, bedeutet, den Alltag zur Meditationspraxis zu machen.

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