4. Richtige Entspannung

Loslassen ist das wichtigste Grundprinzip im Yoga und auch die große Lernaufgabe im Leben. Man kann tiefer in eine Haltung eintauchen, nicht durch Wollen, sondern indem man entsprechende Muskeln gezielt oder durch Steuerung der entsprechenden Gegenspieler-Muskel loslässt. So lernen wir im Yoga das Loslassenkörperlicher Verspannungen / Blockaden sowie im Geist von Empfindungen und  Emotionen (=Gefühlen) und Gedanken. Durch Loslassen werden wir nicht nur körperlich, sondern auch geistig-seelisch freier.

Gefühle zu – und loslassen: Wenn der Körper gedehnt wird, lösen sich Schlackenstoffe und Blockaden. Der Körper wird gereinigt. Bei diesem Prozess können alte Themen, die im Körper abgespeichert sind, auftauchen und von entsprechenden Gefühlen (körperlich: Empfindungen und geistig: Emotionen) begleitet sein. Erlaube den Gefühlen da zu sein. Gebe ihnen Raum, sei es Traurigkeit, Wut, Ärger, aber ohne ihnen Ausdruck zu verleihen, d.h. fühle einfach die Gefühlswallung, die sich im Körper durch entsprechende Empfindungen äußert, ohne zu denken oder mit Handlungen / Worten zu reagieren. Lasse die Gefühlswallung kommen und gehen. Jedes Gefühl hat einen Anfang, eine Mitte und ein Ende. Lassen wir die Gefühlswallungen einfach durch unseren Körper durchströmen, lösen sie sich auf wie Wolken am Himmel und mit ihnen das, was wir in unserem „inneren Keller“ gespeichert haben. Yoga ist eine sanfte Form von Therapie (körperorientierte Psychotherapie), durch die sich mit  körperlichen auch geistig-seelische Blockaden lösen. Wir werden freier und freier und können immer mehr Geschehnisse passieren lassen, ohne in Wallung/Aufruhr zu geraten. Wir entwickeln mehr und mehr Leichtigkeit und Gleichmut. Durch die sich auflösenden „Gefühlsturbulenzen/wolken“ können wir durchtauchen zu uns selbst und uns wieder verankern mit uns selbst, mit unserer inneren Energie-Quelle.

Zwischenentspannung: Manche Übungen / Haltungen können anstrengend sein. Wenn Du merkst, dass es Dir zu viel wird, so pausiere und fahre nach einer Weile fort, wenn der Atem sich wieder beruhigt hat. Auch ist es manchmal angesagt, sich zwischen den einzelnen Haltungen eine entspannende Pause zu gönnen, um die Energie wieder von selbst im Körper verteilen zu lassen. Nimm Dir die Zeit für eine Pause, wenn Du sie brauchst, auch wenn Du hierbei in einer Yogastunde “aus der Reihe tanzt”.

Endentspannung:  Am Ende der Stunde erfolgt die Endentspannung. Sie ist wichtig, um die Energie, die wir durch das intensive Atmen gesammelt haben, im Körper bzw. im Energiesystem verteilen zu lassen. Wer Zuhause für sich übt, sollte die Endentspannung nicht weglassen, denn die Energieverteilung ist sehr wichtig, sonst würden wir mit der Zeit sehr unruhig und nervös werden. Für die Endentspannung liegen wir in der Rücken-Entspannungslage – Shavasana. Manchmal kann es von Vorteil sein, wenn man alle Muskeln des Körpers vor der Endentspannung nochmals fest anspannt (Beine, Gesäß, Bauch, Arme, Hände, Gesicht), um sie dann alle mit einem Mal loszulassen. Nach 8-10 Minuten Entspannung fühlen wir uns entspannt, erfrischt, gekräftigt und wohl. Und wenn der Geist wirklich gut in der Stunde loslassen konnte, dann fühlen wir uns nicht nur zufrieden, sondern geradezu himmlisch glücklich, wach, belebt und voller Vitalität und Kraft und einer leichten Heiterkeit, geradezu wie verliebt in das Leben!

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