2. Richtige körperliche Haltung

Wie bei einer Glühbirne, so ist es auch beim Körper wichtig, dass er gut in der Yoga-Haltung verankert ist. Erst dann strömt die Energie durch unseren Körper hindurch. Und genauso wie Licht die Glühbirne erhellt, wenn diese gut in die Fassung hineingedreht ist, genauso durchströmt uns Lebenskraft und mit ihr Lebensfreude, Ruhe und Klarheit, wenn der Körper gut in der Yoga-Stellung ausgerichtet ist. Daher ist die richtige Körperhaltung wichtig.

– Ausrichtung: Wird eine Haltung korrekt ausgerichtet, so kann der Atem und die Energie ins Fließen kommen. Ein Zeichen, dass die Haltung allmählich in die richtige Position einrastet, ist, dass man sich wohl in der Haltung fühlt. Wenn sich eine Haltung nicht gut anfühlt oder gar schmerzt, dann gehe vorsichtig aus der Haltung entweder etwas zurück oder ganz heraus. Finde auch einen Ausgleich zwischen Deiner rechten und linken Körperseite, so dass sich Dein Körper sowohl in der Haltung als auch nach dem Üben, insbesondere bei asymmetrischen Haltungen, ausgeglichen anfühlt. Gegebenenfalls übe nochmals mit der Seite, die sich nicht so geschmeidig ist.

– Erdung: Sorge für eine gute Verbindung Deiner Füße und in manchen Haltungen auch Deiner Hände mit dem Boden / der Erde und Deines ganzen Körpers nach außen. Spüre hierzu den Kontakt zum Boden und zu Deiner Umgebung über Deine Fuß / Hand / Körperhaut hinaus. Verlängere Deinen Körper vom Boden aufwärts in die Länge und auch zu allen Seiten. Spüre das Getragensein von der Erde und das Eingebettetsein in das große GANZE. So fließt Dir die Energie von außen nach innen zu.

Leichtigkeit und Stabilität: Die Haltung sollte grundsätzlich von zwei Qualitäten geprägt sein: von – in  Sanskrit –  sthira = fest, stabil und sukha = angenehm, leicht. Oft ist eine angenehme Haltung nicht so stabil und eine stabile Haltung nicht so angenehm. Finde einen Ausgleich in der Körperspannung zwischen zu fest und zu leicht. Versuche Dich in die Haltung hinein zu entspannen. Mache es Dir darin bequem und halte die Stellung mit minimalem Energieaufwand und maximalem Nutzen.

Behutsamkeit: Gehe behutsam und liebevoll mit Dir um. Übe achtsam und vorsichtig, insbesondere wenn Du Schwachstellen im Körper hast. Schwachstellen sind nicht zufällig – im Sinn von Willkür – da, sondern sie fallen Dir zu, um Dir etwas mitzuteilen. Schwachstellen sind oft mit einem Thema verknüpft. Widme Dich Deiner Schwachstelle und versuche intuitiv zu erfassen, worum es geht. Häufig machen sich die Schwachstellen beim Yoga bemerkbar, entweder bereits beim Üben oder manchmal auch erst am nächsten Tag. Das Hinweisen auf Schwachstellen erfahren wir im Yoga zum einen, weil wir uns mehr Zeit für das Fühlen nehmen und so uns gegenüber feinfühliger  werden. Und auch, weil die Energie durch Yoga ins Fließen kommt. Es ist wie bei einem ins Stocken geratenen Fluss, der Geröll abgelagert hat. Wenn der Fluss wieder ins Fließen kommt, so gibt es erst einmal Turbulenzen um das Geröll herum, bis es abgetragen ist. Habe also Geduld und widme Dich Deinen Schwachstellen mit Freundlichkeit. Dann erfährst Du auch, warum sie da sind. Und wenn Du sie annehmen kannst, dann fällt der Druck der Ablehnung weg und die Schwachstellen können sich leichter auflösen. Manchmal muss man auch durch unangenehme Empfindungen durch und einfach behutsam weiterüben, bis das „Geröll / Schlacken / Ablagerungen“ abgetragen ist und die Blockaden / das Unangenehme sich aufgelöst hat.

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