Wie der Geist funktioniert & warum positives Denken so wichtig ist

Der menschliche Geist arbeitet viel. Während der Körper am Feierabend auf dem Sofa ausruht, ist der Geist meist noch im Büro. Wenn er arbeitet, duchläuft er eine Reihe von Prozessen, die meist unbewusst ablaufen. Soll der Geist zur Ruhe kommen, so macht er das meist gar nicht gern. Nur wenn er müde ist und wir uns Schlafen legen, so ist der Geist noch eine Weile aktiv und träumt und überarbeitet damit noch die letzten unverarbeiteten Dinge des Tages, bis er sich dann in den traumlosen Tiefschlaf in die Ruhe und Stille begibt. Dort sammelt er so viel Kraft, dass er am nächsten Tag wieder munter darauf losdenken kann. Wenn wir den Geist in seinen ständigen Selbstgesprächen, inneren Gemurmel zügeln wollen, damit er auch im Wachzustand entspannen kann, so ist es wichtg zu wissen, wie er überhaupt funktioniert.

1. Sinnesimpuls
Über die Welt erhalten wir viele Impulse über die Natur in Form von Ereignissen, über die Menschen und andere Lebewesen in Form von Handlungen, Äußerungen, Gedanken, Stimmungen. All diese Impulse nehmen wir über unsere Sinne (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten) in unseren Geist auf. Im Buddhismus zählt das eigene Denken ebenfalls zu den Sinnen. All das, was einem in den Sinn kommt, beeinflusst unser inneres Geschehen.

2. Bewusstsein
Solange wir bei Bewusstsein sind, werden die Impulse durch unsere Wahrnehmung erfasst.

Zum Beispiel höre ich die "Äußerungen" eines Vogels.

3. Gefühle = Empfindungen und Emotionen
Gleichzeitig lösen die Sinnesimpulse Gefühle in uns aus,
– auf der Körperebene in Form von Empfindungen (z.B. Enge, Weite, Spannungen, Druck, Jucken, Kribbeln…)
– auf der Geistesebene in Form von Emotionen (=Schwingungen, z.B. Freude, Begeisterung, Wut, Ärger, Zorn, Trauer).
Alle Gefühle, die wir erfahren können, kann man in drei Kategorien einteilen: Gefühle können angenehm, unangenehm oder neutral sein.

Bei den "Äußerungen" eines Vogels werden sie in den meisten Fällen angenehm oder neutral sein, es sei denn, man hat prägende Erfahrungen in der Vergangenheit in Zusammenhang mit einem oder mehreren Vögeln gemacht, wie z.B. das, was in dem Film "Die Vögel" von Alfred Hitchcock dargestellt wurde. In diesem Fall, können die Vogelgeräusche auch unangenehme Gefühle hervorbringen.

4. Die Wahrnehmungen und Gefühle lösen im Normalfall einen Prozess des Erkennen und Bewertens der aufgenommenen Impulse aus, es sei denn, man kann bewusst auf der reinen Wahrnehmung bleiben. Das Erkennen und Bewerten ist geprägt durch unsere gesamten Erfahrungen. Das heißt unsere Konditionierung, die “Brille, die ich gerade trage”, spielt hier also eine entscheidende Rolle.

In obigem Beispiel hängt also meine Vorerfahrung mit Vögeln davon ab, ob die Geräusche eines Vogels in mir etwas Angenehmes oder Unangenehmes auslösen. Auch das Erkennen hängt davon ab, ob ich in meinem Leben zuvor schon einmal einen Vogel gesehen habe und ob ich die Erklärung "das ist ein Vogel" dazu erhalten habe. So lernen kleine Kinder. Beim nächsten Vogel wissen sie also: das ist ein Vogel und er macht Geräusche, die man dann Gezwitscher nennt, Vogelgezwitscher.

5. Reaktion in Gedanken, Worten Taten
Je nachdem, wie die Bewertung ausfällt – positiv oder negativ – folgt eine entsprechende – oft unbewusste – Reaktion nach. Die Reaktion kann sein in

– Taten / Handlungen
– Worten / Äußerungen
– Gedanken / Stimmungen

6. Reaktion in weiteren Gefühlen
Fällt meine Bewertung positiv aus, folgen weitere angenehme Gefühle nach, evtl. entsprechende positive Taten, Worte und Gedanken. Im Fall einer negativen Bewertung folgen weitere unangenehme Gefühle nach und evtl. auch entsprechende negative Taten, Worte und Gedanken.

Im Fall des Beispiels ist bei positiver Vorerfahrung:
 - das Erkennen: das ist ein Vogel
 - die Gefühle sind angenehm oder neutral
 - die Gedanken könnten sein. "oh, der zwitschert ja toll"
 - die Worte könnten sein, vielleicht zu jemand anderem: "hörst du auch das schöne Zwitschern"
 - die Taten könnten sein: sich draußen hinsetzen, um weiter zu lauschen
Im Fall des Beispiels ist bei negativer Vorerfahrung:
 - das Erkennen: das ist ein Vogel
 - die Gefühle sind unangenehm
 - die Gedanken könnten sein: "oh grässlich, hoffentlich versammeln sich jetzt nicht auch so viele Vögel bei uns wie in dem Film und greifen uns an".
 - die Worte könnten sein, vielleicht zu jemand anderem: "schau mal nach, wie viele Vögel sich schon versammelt haben".
 - die Taten könnten sein: sich drinnen hinsetzen, um sich abzugrenzen.

6. Weitere Impulse in die Welt
Bei negativer Vorerfahrung und entsprechenden Reaktionen streue ich Impulse in die Welt, die wieder selbst auf mich zurückfallen. Denn auch die Gedanken – seien es meine eigenen oder die von anderen – sind Impulse, die ich aufnehme und die in mir Reaktionen auslösen. Ein negativer Gedanke bringt negative Gefühle hervor. Negative Gefühle lösen negative Bewertungen und entsprechende negative Gedanken aus. Das heißt, man kann sich regelrecht in eine Situation hineinsteigern.

Fazit
Es ist von großer Bedeutung, auf seine Gedanken zu achten und sie in eine positive Richtung zu lenken. “Was Du säst, wirst Du ernten”.

Daher sind folgende Schritte zu beachten:

– üben, bei der reinen Wahrnehmung zu bleiben. D.h. Wahrnehmen von Farbe, Form, Position, Klang, Geruch, Geschmack, Gedankeninhalt. In diesem Fall folgt keine Reaktion nach, d.h. auch keine gedanklichen Kommentare. Wir bleiben einfach Beobachter des Geschehens und werden nicht zu unheilsamen Reaktionen verleitet.
– üben, beim Erkennen zu bleiben, ohne Bewertung aufkommen zu lassen
– Bewertungen/ Urteile / Verurteilungen fallen lassen
– Gefühle wahrnehmen und sein lassen
– Gedanken erkennen, negative Gedanken fallen lassen
– auf Reaktionen achten: Gedanken, Worte, Taten, was schicke ich in die Welt
– Kultivieren von positiven Gedanken, denn diese lösen angenehme Gefühle aus und senden positive Impulse in die Welt, die einen selbst und andere erreichen.

Wenn wir auf unsere Gedanken/Bewertungen achten, dann achten wir auf uns und die Welt. Dies ist auch eine Form von Umweltschutz, nämlich auf geistiger Ebene. Wir setzen der geistigen Umweltverschmutzung etwas entgegen und leisten damit auch einen Betrag zum Frieden in der Welt.

Eine Zusammenfassung: “Wie funktioniert unser Geist” hier: Präsentation: Wie wir funktionieren